Autonome Routenzüge im BMW Group Werk Dingolfing

Ein autonomer Routenzug versorgt die Portionierzonen der Türenvormontage im BMW Group Werk Dingolfing mit Teilen aus dem Lager. Bild: BMW Group

Die Produktionslogistik im BMW Group Werk Dingolfing setzt zur komplexen Versorgung der Montagebänder mit über 20.000 Sachnummern neben manuellen Routenzügen auch auf fahrerlose Transportsysteme. Mithilfe eines neu entwickelten Automatisierungskits können bestehende manuelle Routenzüge herstellerunabhängig mit eigener Intelligenz aufgerüstet werden und die Portionierzonen in der Montagehalle direkt mit Teilen beliefern.Wie BMW mitteilt, erreiche das autonome Fahren in der Produktionslogistik der BMW Group damit die nächste Entwicklungsstufe. Die neue technische Lösung fußt auf einer Entwicklungskooperation mit der Firma Schiller Automatisierungstechnik aus dem niederbayerischen Osterhofen. Technisch funktioniert die selbstständige Steuerung und Navigation der Routenzüge über Lasersignale, die so genannte Laser Multilateration. Dabei wird die Hallenumgebung mehrmals pro Sekunde mit Lasern abgetastet und die Reflektionen als 2D-Raumprofil dargestellt. Auf diese Weise kann der Routenzug mit einer Positioniergenauigkeit von +/- 10 mm durch die Hallen navigieren. Dabei sind keinerlei Infrastrukturanpassungen in den Montagehallen und Logistikbereichen notwendig.

Durch die Offenlegung aller Schnittstellen kann der autonome Routenzug in bereits bestehende Leit- und Störmeldesysteme der BMW Group eingebunden werden. Damit werde sichergestellt, dass autonome Transportsysteme unterschiedlicher Hersteller zur gleichen Zeit in der BMW Produktionsumgebung eingesetzt werden und miteinander kooperieren können, heißt es. Dr. Andreas Wendt, Leiter Werk Dingolfing, erklärt: „Das BMW Group Werk Dingolfing spielt bei der Digitalisierung ganz vorne mit. So pilotieren wir als Leadwerk die Einführung der autonomen Navigation für Flurförderzeuge im Bereich Logistik. Gemeinsam mit unserem Partner haben wir innerhalb weniger Monate konventionelle Routenzüge aus dem Bestand zum autonomen Fahren aufgerüstet. Diese Zukunftstechnologie ermöglicht es uns, die werksinterne Logistik noch effizienter zu gestalten und damit den Erfolg unseres Werks für die Zukunft zu sichern.“

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Nach der erfolgreich abgeschlossenen Pilotphase werden ab Sommer 2018 im Werk Dingolfing zwei autonome Routenzüge im Serienbetrieb die Sequenzierzonen der Türenvormontage mit Teilen aus der benachbarten Logistikhalle versorgen. Weitere Werke der BMW Group haben bereits angekündigt, den Einsatz der autonomen Routenzüge prüfen zu wollen. „Unserer Strategie für die Logistik der Zukunft folgend, bringen wir gemeinsam mit den Leadwerken innovative Technologien in einem strukturierten Prozess zum Rollout. So vergingen beim autonomen Routenzug von der ersten Konzeptidee bis zum erfolgreichen Pilotbetrieb im Fahrzeugwerk nur wenige Monate“, erläutert Jürgen Maidl, Leiter Produktionsnetzwerk und Logistik der BMW Group.

Zusammen mit den autonomen Routenzüge wird im Werk Dingolfing eine weitere Zukunftstechnologie pilotiert. Eine Smart Watch unterstützt die Logistikmitarbeiter beim Behälterwechselprozess und kündigt nahende Routenzüge per Vibrationsalarm an. Zusätzlich kann der Mitarbeiter ablesen, welche Behälter er entladen soll und den Routenzug per Displayberührung zu seinem nächsten Ziel schicken.